Das Museum - wie es wieder wird

Förderantrag der AG Heimatmuseum
zur Neugestaltung des Heimatmuseums bewilligt
Der Abschluss der Bausanierung und eine Wiedereröffnung des Alten Berger Rathauses kommt in Sichtweite. Der Februar 2026 (wie schon kolportiert) wird es nicht sein. Hoffen wir auf den weiteren Jahresverlauf. Die Stunde der Wiederherstellung des Heimatmuseums Bergen-Enkheim rückt näher.
Das Heimatmuseum im „neuen“ Alten Rathaus –
ein stark verringertes Platzangebot
Nach der erfolgten Sanierung wird sich das Alte Rathaus in einem deutlich anderen Raumzu-schnitt präsentieren.
Der Keller blieb von Sanierungsarbeiten unbetroffen und ist für Museumszwecke weiterhin nutzbar.
Das Erdgeschoss wird vom historischen Versammlungsraum dominiert. Er soll nach Vorstel-lung des Kulturamts aber nicht mehr für Museumszwecke, sondern für Treffen unterschiedlicher Nutzer, z.B. dem Ortsbeirat, dienen und dementsprechend mit 60 – 80 Sitzgelegenheiten und Präsentationstechnik versehen werden. Offen ist derzeit, inwieweit mobile Ausstellungsstücke oder Schautafeln des Heimatmuseums ebenfalls einen Platz im Erdgeschoss finden können.
Das Dachgeschoss, in dem vor der Rathaus-Sanierung die Archive und die Verwaltung des Museums untergebracht waren, entfällt ebenfalls komplett für das Museum und wird wohl nur noch als Anschauungsraum für die rekonstruierte aufwändige Fachwerkkonstruktion dienen.
Das Obergeschoss mit seinen ca. 150 Quadratmetern ist demnach die einzige Fläche, die dem Heimatmuseum für die Präsentation seiner Objekte künftig uneingeschränkt zur Verfügung stehen wird. Damit ist klar, dass bei einer deutlich geschrumpften Ausstellungsfläche nur eine starke Selektion der früher bespielten Sachgebiete und der auszustellenden Objekte Platz im neuen Museum finden kann. Überdies sollen neue Sachgebiete, die im alten Museum ausgespart blieben (vor allem die Ortsgeschichte nach Ende des Kaiserreichs bis zur Eingemeindung nach Frankfurt) ihren angemessenen Platz im neuen Museum finden. Die museumsdidaktische Präsentation (u.a. Medieneinsatz) ist durchgängig auf den Stand der Zeit zu bringen. Eine noch offene Frage bleibt, wo die Bibliothek, die Archive und das Büro des Heimatmuseums ihren Ort finden können.
Ohne öffentliche Förderung geht es nicht
Es ist offensichtlich, dass die Wieder- bzw. Neuerrichtung des Heimatmuseums ohne die Mitwirkung von Fachleuten und ohne Mittel für die Innengestaltung nicht gelingen kann. Nach einer Faustregel muss mit bis zu 1.000 € pro Quadratmeter Ausstellungsfläche kalkuliert werden, bis die Messe gelesen ist. Damit war klar, dass aus den überschaubaren Eigenmitteln der AG Heimatmuseum allein die Aufgabe nicht zu bewältigen ist.
Es bot sich an, einen Förderantrag an den Hessischen Museumsverband zu richten, der Mittel des Landes Hessen für eben solche Zwecke bewirtschaftet.
Im Sommer 2025 hatte die AG Heimatmuseum einen entsprechenden Antrag erarbeitet, der nach Vorprüfung durch eine Vertreterin des Museumsverbands fristgerecht am 25.Oktober 2025 eingereicht wurde. Dann begann das Warten auf die Entscheidung.
Hessischer Museumsverband bewilligt
den Förderantrag des Heimatmuseums
Am 16. Dezember 2025 kam das Weihnachtsgeschenk für die AG Heimatmuseum. Ihr Antrag wurde in der Dezembersitzung des Museumsverbands beraten und positiv beschieden. Dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung wird die Bereitstellung der beantragten Mittel empfohlen.
Bewilligt sind für das Jahr 2026, dem ersten Abschnitt der Neugestaltung des Museums, Gesamtkosten in Höhe von 22.500 €, die zu 72% aus Mitteln des Landes Hessen bezuschusst werden. Der Rest kommt aus Eigenmitteln und Eigenleistungen des Vereins.
Mit diesen Mitteln werden Fachleute der Museumsplanung zusammen mit den Mitgliedern der AG das Gesamtkonzept, das grafische Gestaltungskonzept sowie die Einzelheiten der Objektauswahl, -platzierung und -präsentation erarbeiten. Auf dieser Basis folgen in den beiden Jahren 2027 und 2028 Aufträge an Hersteller von Präsentationen, Vitrinen, Texttafeln usw. und der praktische Aufbau.
Und alles steht unter dem Vorbehalt, dass 2026 die Sanierung des Alten Rathauses tatsächlich abgeschlossen wird. Die Sanierung des Alten Rathauses hat mehr als ein Jahrzehnt gedauert. Hoffen wir, dass der Weg zu einem vollständig eingerichteten, neuen Heimatmuseum in einem Drittel der Zeit gelingt.

